12/12 ist nicht der einzige Weg in die Blüte
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Der Fehler
Zwölf Stunden an, zwölf Stunden aus. Das lernst du an Tag eins. Cannabis braucht zwölf Stunden Dunkelheit, um zu blühen. Fummel nicht daran herum. Das ist die Regel.
Niemand hat mir gesagt, wo die Zahl zwölf herkommt. Sie ist kein biologisches Gesetz — sie ist eine Näherung, die funktioniert und zufällig leicht zu merken ist. Australische Forscher haben getestet, was passiert, wenn man blühendem Cannabis mehr Licht gibt als 12/12 — bis zu 14 Stunden an, 10 Stunden aus.
Die Pflanzen blühten trotzdem. Die Buds waren schwerer. Und niemand hatte sich die Mühe gemacht, das zu überprüfen, weil 12/12 schon immer „die Regel” war.
Warum das für dich wichtig ist
Was die Blüte auslöst, ist nicht die Lichtmenge — es ist die Länge der Dunkelphase. Die meisten Cannabis-Sorten brauchen etwa 10-11 Stunden ununterbrochene Dunkelheit, um zu blühen. Bei 10 Stunden Dunkelheit (14/10) bekommen viele Sorten dieses Signal trotzdem und blühen normal. Die zwei zusätzlichen Stunden Licht bedeuten mehr Photonen pro Tag, was mehr Energie für die Bud-Produktion bedeutet.
Es gibt allerdings einen Haken. Bei den getesteten Sorten mit hohem THC-Gehalt steigerte die längere Photoperiode den Ertrag, senkte aber die THC-Konzentration. Die Buds wurden größer, aber schwächer. Bei der CBD-Sorte hielten sich sowohl der Ertrag als auch die CBD-Konzentration — der gesamte CBD-Ausstoß verdoppelte sich etwa.
Das ist also kein Freifahrtschein für THC-Grower. Es ist eine bedeutende Chance für CBD-Grower und ein interessanter Kompromiss für alle anderen.
Was du tun solltest
- Wenn du CBD-Sorten anbaust, könnte das Testen von 13,5/10,5 oder sogar 14/10 in der Blüte deine Ernte spürbar steigern.
- Wenn du THC-Sorten anbaust und Potenz wichtig ist, bleib bei 12/12. Der Konzentrationsabfall ist real und bedeutsam.
- Wenn du für die Extraktion anbaust (Edibles, Tinkturen), wo der gesamte Cannabinoid-Ausstoß mehr zählt als die Konzentration pro Gramm, könnte eine längere Photoperiode auch bei THC-Sorten Sinn ergeben. Mehr Material bei niedrigerer Konzentration kann immer noch mehr Cannabinoide insgesamt bedeuten.
- Geh nicht ohne Vorsicht über 14/10 hinaus. Manche Sorten kehren in die vegetative Phase zurück oder bilden seltsame einklingige Blätter, wenn die Dunkelphase zu kurz wird.
Die tiefere Wissenschaft
Die sortenspezifischen Daten, der Mechanismus dahinter, warum verschiedene Chemotypen unterschiedlich reagieren, und Berechnungen dazu, ob die Stromkosten den Ertragsgewinn wert sind — das alles findest du in Modul 2.3a (Skilled Grower-Stufe).
Quiz
Die meisten Sorten brauchen etwa 10–11 Stunden durchgehende Dunkelheit, um das Signal zu bekommen.
Das zusätzliche Licht ist mehr Energie für die Bud-Produktion — innerhalb von Grenzen.
Kein Freifahrtschein für THC-Grower; bei CBD-Sorten verdoppelte sich der Gesamtausstoß etwa.
Ist die Dunkelphase zu kurz, kehren manche Sorten in die vegetative Phase zurück oder werfen seltsame einklingige Blätter.
Die meisten Auto-Grower fahren ohnehin durchgehend 18/6 oder 20/4.